Dies ist kein Literaturverzeichnis im speziellen Sinn, sondern es sollen die beiden im Augenblick wirklich fast jeden zugänglichen "Standard"-Werke beschrieben werden. Diese verweisen oft auf umfangreiche Primärliteratur!
LAPIS 7/8 1999, Themendoppelheft über Lavrion
In diesem Heft wird eine Zusammenfasung der Mineralien und der Geschichte von Lavrion versucht. Dazu haben Sammler und Wissenschaftler wie Wolfgang Wendel / Kandern-Holzen, Branko Rieck / Wien, Dr.Gregor Markl/Freiburg und Michaelis Kazamakis / Athen Artikel verfasst. Der im mineralogischen Sinn einleitende Artikel von W.Wendel führt sehr gut in die wichtigsten Funde und Mineralien des Bergbaugebietes ein. Dieser Part zeigt die Mineralien, die ein jeder gewissenhafter Sammler in seiner Lavrionsammlung haben sollte. Danach wenden sich die Autoren den "Spezialitäten zu, wobei die Beschreibungen oft etwas mickrig ausfallen (RIECK'sche Beschreibungen sind oft zu kurz). Man kann ja an allem herummeckern, aber alles in allem ist diese Ausgabe der Zeitschrift Lapis eine gelungenes Werk und jedem nur zu empfehlen. Ganz speziell dem neueinsteiger vermittelt sich soetwas wie eine Faszionation Lavrion.
Der Aufschluss Heft 5/6 2002 LAVRION
Die VfMG hat zum ersten mal versucht einem mineralogischen Trend und Bedürfnis in der Sammlergemeinschaft Folge zu leisten. Daß der VfMG durch die Wahl der Autoren ein katastrophaler Fehler unterlaufen ist, mag man noch hinnehmen können, daß dann aber jegliche Rezension einfach unterlassen wurde ist haarsträubend. So wird bei jedem Mineral eine Verwechselungs-möglichkeit angegeben. Das ist auch sehr rühmlich.. aber warum lässt man diesen Teil nicht von Leuten schreiben die die Materie wirklich kennen. Z.B. wird beim Adamin richtigerweise die Verwechselungsgefahr mit Austinit angegeben. Die daraufhin folgende Beschreibung der morphologischen Unterschiede lässt auf eine, sagen wir mal scherzhaft, schwerwiegende Verwirrtheit des Autoren schließen, im günstigsten Fall haben sie es heute noch nicht begriffen! Ein anderes Beispiel! Warikahnit: Natroalunit, Nordstrandit und Köttigit lassen sich mit dem Fingenagel ritzen und können so von Warikahnit unterschieden werden.
Umgekehrt lässt sich Warikahnit also nicht mit dem Fingernagel ritzen. Das mag ich gerne glauben, denn wer es unter den Sammlern schaft einen 0.1mm großes dünnes Fäserchen mit dem Fingernagel zu ritzen, die Ritzspur betrachten kann und dabei das Stüfchen nicht absolut zermalmt, der kann sich getrost als Feinmotoriker bezeichnen! Derartige Phantasien sind zu hauf in dem Werk vorhanden.
Beim Blättern in dem Werk fällt eine Parallele auf. Oft erscheinen viele Texte im Stil des verstorbenen iener Sammlers Horst Hanke abgefasst zu sein. Man möchte den Eindruck gewinnen, daß die Texte unter dem Bann des "bloß nichts veraten" geschrieben wurden.
Ich möchte hier noch auf die mühsame Arbeit eingehen, die sich die Autoren mit der Angabe der Fundstellen gemacht haben. Da wird freundlicherweise als Fundstelle immer wieder die Kamariza angegeben. Das ist wirklich zu nett, zumal ich jetzt ganz genau weis wo ich mein Mineral fundstellentechnisch einzustufen habe.
Es wäre ehrlicher gewesen sie hätten gar nichts geschrieben. In diesem Falle wäre es warscheinlich nicht aufgefallen, daß die Autoren über die tatsächlichen Fundumstände und -gebiete keine Kenntnis haben. Wer einmal in Lavrion war, weiß daß es so einfache Fundortangaben nicht geben darf um die Mineralien wenigstens ein wenig in paragenetische Zusammenhänge eingliedern zu können. Daß diese extrem wichtig sind, wird im der folgenden Seiten klar.Genauso verhält es sich mit den Kristallzeichnungen, die zugegebenermaßen recht hübsch sind und zudem wissenschaftlichen Aspekten genügen (jedenfalls sehen sie so aus, soweit ich dies einschätzen kann). Ich sehe aber die Gefahr, daß Sammler sich darauf stützen und versuchen Mineralien mittels dieser Kristallzeichnungen die Funde zu bestimmen. Das geht garantiert schief!
Alles in Allem muß man dem Werk der VfFM den Status "mülleimerverdächtig" einräumen, da das Ziel, den Sammlern eine Hilfe an die Hand zu legen verfehlt wurde. Ich habe einige Mineralbeschreibungen auch mit in diesesInternetpräsentation einfließen lassen, da ich in diesen Fällen nicht beurteilen kann ob diese stimmen oder nicht. Für den Sammler, der über keine weiteren Informationen betreffs Lavrion verfügt, ist dieses Wertk aber eine Katastrophe. Er wird verdummt und völlig desinformiert seinen Funden überlassen, was zu nichts anderem führt als eine unglaubliche Fülle seltenster Benennungen in den Sammlungen. Jedenfalls der Ruhm der beiden Autoren ist gefestigt...und darauf kam es offensichtlich einzig und allein an!