Der Traum vom Reichtum!

Speziell die letzten drei Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts haben der Mineralienszene vor allem eines gebracht: Einen ungeheuer rasant wachsenden "Mineralienmarkt". Mineralien wurden "bewertet" und kommerziell im grossen Stil gehandelt. Das hat vielen Sammlern erst die Möglichkeit eröffnet, Mineralien aus fernen Ländern in ihre Sammlung aufnehmen zu können.

Eine Begleiterscheinung war aber, daßdie Preise in athemberaubende Höhen stiegen. Speziell Top-Material wird heute zu Preisen gehandelt, da verschlägt es einem die Sprache. An derartigen Wucherpreisen orientierte sich aber die gesamte Szene. Ein mickriger Cuprit aus dem Siegerland wurde zur Rarität hochstilisiert und entsprechend ausgepreist, Massenware wie Calcite bekamen zweistellige Preisschildchen und für ein Micromount eines etwas ungewöhnlicheren Minerals wurden frech auch mal 40 Euro verlangt.

Dann kam was kommen musste. Die Sammler wurden weniger, kritischer und vor allem viel zurückhaltender beim Kauf. Aber wer jetzt denkt, die Verkäufer hätten ihre Lektion in der Schule gelernt, der irrt. Anstatt die Preise zu senken wurde die Preisschraube immer weiter angezogen.

Und doch haben einige Verkäufer den richtigen Schluss gezogen: Qualität rauf, preise runter, dann läuft auch das Geschäft wieder. Ich frug heute mal einen Anbieter von wunderschönen Cerussiten aus Ramsbeck mal ganz scheinheilig warum er so günstige Preise hat. "Na wenn ich den doppelten Preis dran schreibe kauft doch keiner was"

Wie wahr, ich habe eine Stufe gekauft.